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Due Diligence in Private Markets: sieben Fragen, die jeder Anlageausschuss stellen sollte

Allokationen in Private Equity, Private Credit und andere alternative Anlagen sind zu einem festen Bestandteil der Portfolios institutioneller Anleger und vermögender Privatkunden geworden. Damit ist die Qualität der Due Diligence wichtiger denn je: Private Fonds sind illiquide, Bewertungen beruhen auf Modellen, und eine Kapitalzusage läuft typischerweise zehn Jahre oder länger.

Bei der Managerauswahl zeigen sich immer wieder dieselben Schwächen — nicht im Pitchbook, sondern in den Details dahinter. Diese sieben Fragen helfen einem Anlageausschuss zu prüfen, ob ein Fonds eine Kapitalzusage verdient.

1. Woher stammen die historischen Renditen tatsächlich?

Ein hoher IRR allein sagt wenig aus. Zerlegen Sie die Performance in operative Verbesserungen, Multiple Expansion und Leverage. Renditen, die hauptsächlich auf steigenden Bewertungsmultiplikatoren oder günstigem Fremdkapital beruhen, lassen sich schwerer wiederholen, wenn sich die Finanzierungsbedingungen ändern.

Fordern Sie Daten auf Ebene der einzelnen Transaktionen an und prüfen Sie die Streuung der Ergebnisse: Ein Track Record, der auf ein oder zwei Ausreißern beruht, birgt mehr Risiko als ein konsistentes Portfolio.

2. Wie werden nicht realisierte Beteiligungen bewertet?

Der Großteil des ausgewiesenen Werts eines jungen Fonds ist nicht realisiert. Prüfen Sie die Bewertungsrichtlinie: die verwendeten Methoden (Multiplikatoren, DCF, jüngste Transaktionen), wie häufig Bewertungen aktualisiert werden, wie unabhängig die Bewertungsfunktion ist und wie frühere Bewertungen in Vorgängerfonds im Vergleich zu den tatsächlichen Exit-Preisen ausfielen.

3. Sind die Interessen von Manager und Investoren gleichgerichtet?

Schauen Sie über die ausgewiesene Management Fee und den Carried Interest hinaus. Gebührenanrechnungen (Fee Offsets), Transaktions- und Monitoring-Gebühren, die Hurdle Rate, der Ausschüttungswasserfall und die Höhe der Eigenbeteiligung des Managers bestimmen, wie viel der Bruttorendite tatsächlich bei den Investoren ankommt.

4. Wie steuert der Fonds seine Liquidität?

Modellieren Sie erwartete Kapitalabrufe und Ausschüttungen im Verhältnis zu Ihrem eigenen Liquiditätsbedarf. Fragen Sie, wie der Manager Subscription Lines oder NAV-Finanzierungen einsetzt — sie können Cashflows glätten, aber auch ausgewiesene IRRs beschönigen — und welche Möglichkeiten am Sekundärmarkt bestehen.

5. Passt die Strategie zur Erfahrung des Teams?

Style Drift ist ein Warnsignal. Größere Fondsvolumina, neue Sektoren oder neue Regionen führen einen Manager oft aus dem Bereich heraus, in dem der Track Record erzielt wurde. Prüfen Sie die Key-Person-Klauseln und wie stabil das Team über die Vorgängerfonds hinweg war.

6. Wie belastbar sind Operations und Compliance?

Die operative Due Diligence umfasst Fondsadministrator, Abschlussprüfer, Verwahrstellenstruktur, IT-Sicherheit und AML/KYC-Prozesse. Lassen Sie sich bei EU-Fonds bestätigen, wie Pflichten aus der AIFM-Richtlinie, etwa Meldepflichten und Anforderungen an die Verwahrstelle, erfüllt werden. Nachhaltigkeitsaussagen sollten durch Daten belegt sein, die mit den SFDR-Offenlegungen des Fonds übereinstimmen.

7. Wie sieht das Downside-Szenario aus?

Rechnen Sie Szenarien, nicht nur einen Basisfall: langsamere Exits, niedrigere Exit-Multiplikatoren und höhere Finanzierungskosten. Ein Fonds, der nur im Basisfall funktioniert, ist eine Wette auf ein einziges Ergebnis.

Praktische Checkliste: Track Record auf Transaktionsebene · Bewertungsrichtlinie und Backtesting · vollständiges Gebühren- und Wasserfallmodell · Cashflow-Pacing-Modell · Team- und Key-Person-Regelungen · Bericht zur operativen Due Diligence · Downside-Szenarien.

Vom Fragebogen zum reproduzierbaren Prozess

Die größte Verbesserung ist selten ein längerer Fragebogen, sondern ein konsistentes Scoring-Modell: dieselben Kriterien, Gewichtungen und Nachweisanforderungen für jeden Fonds. Das macht Entscheidungen vergleichbar, dokumentiert und gegenüber Leitungsgremien oder der Aufsicht leichter vertretbar.

FINCON4 entwickelt solche Due-Diligence-Toolkits und unterstützt Anlageausschüsse mit unabhängigen Fondsanalysen.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung dar, in einen Fonds oder ein Finanzinstrument zu investieren.

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